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Entwicklung von Anfang bis heuteEdition Güntersberg entstand aus dem Wunsch, das Repertoire für Viola da Gamba um praxisnahe Ausgaben nicht (mehr) zugänglicher oder bisher unveröffentlichter Kompositionen zu erweitern. Im Lauf der Zeit erweiterten wir das Instrumentarium, aber die Musik für Viola da Gamba bildet zweifellos auch heute noch den Schwerpunkt. Es geht uns bei dieser Arbeit sowohl um Consortmusik als auch um kammermusikalische und solistische Literatur. Wir möchten mit unseren Ausgaben nicht nur professionelle Musiker sondern auch musizierende Laien ansprechen. Wir begannen 1998 mit dem instrumentalen Gesamtwerk von Eustache Du Caurroy in sieben Heften für 3- bis 6-stimmiges Consort. Im Jahr 2000 folgte die Neuausgabe der Instrumentalmusik von Andreas Hammerschmidt (Erster Fleiß und Ander Teil für 5-stimmiges Consort. Anschließend brachten wir in einer Erstausgabe unter dem Namen Königliche Gambenduos eine umfangreiche Sammlung heraus, die der Zeit der Berliner Schule im 18. Jahrhundert zuzurechnen ist. 2002 und 2003 folgten weitere Werke aus dieser Zeit wie beispielsweise die Erstausgabe der beiden Trio Concertante von Johann Gottlieb Graun und Gambensonaten von Carl Philipp Emanuel Bach und Christoph Schaffrath. 2004 folgten zur gleichen Epoche Editionen von drei Trios von J. G. Graun für Viola da Gamba und obligates Cembalo, wobei wir die inzwischen wieder zugänglichen Quellen der Sing-Akademie zu Berlin heranziehen konnten zwei davon sind Autographe des Komponisten. Als weitere Höhepunkte erschienen die 6 Sonaten für Violine, Gambe und B.c. von Philipp Heinrich Erlebach. Für Consort brachten wir unter anderem die viel beachteten Sonaten für 5 und 6 Violen von Clemens Thieme heraus. 2005 folgte auch die dritte Gambensonate C. Ph. E. Bachs. Neben der bekannten Fassung für Viola da Gamba oder Viola erschien auch die Fassung für Violine, basierend auf einem Manuskript aus der Sing-Akademie zu Berlin. Außerdem veröffentlichten wir das Doppelkonzert für Violine und Viola da Gamba von J. G. Graun, was für uns eine größere Herausforderung darstellte. Als besonders interessant sei auch unsere Erstausgabe der Pariser Gambenduos genannt, einer Sammlung frühklassischer Sonaten für zwei Bassgamben aus Paris um 1750, deren Komponist trotz unserer intensiven Recherche bis heute unbekannt geblieben ist. In diesem Jahr veröffentlichten wir zum ersten Mal auch Faksimile-Ausgaben. Den größten Erfolg brachte das Gambensolo D-Dur von Dieterich Buxtehude, bei dem im gleichen Heft Faksimile und Neuausgabe beisammen sind. Ebenfalls in diesem Jahr veröffentlichten wir unsere ersten Ausgaben ohne Viola da Gamba: Sechs Sonaten von Jean-Pierre Guignon für zwei Celli (und in separater Ausgabe für 2 Gamben) und die Six Easy Sonattas von Carl Friedrich Abel in der Version für Flöte und B.c., sowie die erwähnte Sonate von C. Ph. E. Bach für Violine und Cembalo. Insgesamt ist die Zahl unserer verfügbaren Titel am Ende des Jahres 2005 auf 73 angewachsen. 2006 begannen wir mit der Herausgabe aller Instrumentalsonaten von Dieterich Buxtehude in Einzelausgaben. Auf vielfachen Wunsch gibt es zu jedem Titel zwei Partituren: eine mit und eine ohne Generalbassaussetzung. Außerdem gab es eine Neuausgabe von Buxtehudes Jubilate Domino. Dazu kam als Jubiläumsnummer (G100) die Erstausgabe des anonymen Lübecker Violadagamba Solo, das auch von Buxtehude stammen könnte. Aus der Berliner Schule-Zeit veröffentlichten wir mit der Viola-Version des Graunschen Doppelkonzertes und mit dem Schaffrath-Duetto für Gamben zwei wichtige Werke. Als sehr erfolgreich erwies sich die Erstveröffentlichung der Streichquartettfassung des Mozart Requiems des Mailänder Arztes und Mozartfreundes Peter Lichtenthal. Für das nächste Jahr haben wir weitere Kammermusikfassungen dieser Art von Mozarts Werken geplant. Insgesamt ist die Zahl unserer Titel am Ende des Jahres 2006 auf 99 angewachsen. Das Jahr 2007 stand ganz im Zeichen Buxtehudes, der in diesem Jahr seinen 300. Todestag hat. Wir haben inzwischen alle 21 Instrumentalsonaten von ihm in Neuausgaben veröffentlicht. Außerdem haben wir drei Vokalwerke Buxtehudes und eine Kantate von Dietrich Becker herausgebracht. Von Mozart/Lichtenthal editierten wir die Sinfonie G-Moll für Streichquintett und das Klavierkonzert D-Moll für Klavier und Streichquartett. Daneben veröffentlichten wir noch einige Kammermusikwerke für Viola da Gamba oder Cello (Händel, Hertel, Locke, Abel). Zum Jahreswechsel ist die Zahl unserer Titel auf 125 angewachsen. Bestseller war wie im Vorjahr das Requiem von Mozart/Lichtenthal für Streichquartett. Im Jahr 2008 haben wir unser Programm mit 18 neuen Titeln in allen angefangenen Bereichen fortgesetzt. Die Buxtehude-Serie wurde durch zwei Vokalwerke vervollständigt. Die Scherzi musicali von Johann Schenck sind jetzt komplett. Zwei Konzerte für Gambe kamen hinzu: das von Johann Pfeiffer sowie eine Adaption des Telemann-Violakonzertes. Aus der Berliner Schule-Zeit gibt es jetzt ein weiteres Trio von Johann Gottlieb Graun für zwei Gamben (bzw. Flöte und Violine). Mit dem berühmten Cello-Duett von Abel haben wir ein neues Werk für die Cellisten und mit Gabriel Schützs Sonata eins aus der Lübecker Schule" für die Gambisten. Unser größtes Projekt im Jahr 2009 war die Edition von insgesamt 52 der
Barytontrios von Joseph Haydn in zwei Bänden. Dabei war das
Beschaffen der Quellen besonders aufwändig, denn die Unterlagen zu den
einzelnen Divertimenti sind über die halbe Welt verstreut, wodurch wir
aber einige interessante Begegnungen hatten. Wir haben uns für eine
Urtextausgabe entschieden, bei der unsere Zusätze und Änderungen sich
wirklich auf ein Minimum beschränken. Als Nebenprodukt dieser Arbeit ist
eine Ausgabe der sogenannten Simrocktrios entstanden; das sind sechs
Barytontrios, die zu Haydns Lebzeiten für Flöte, Violine und Cello
umgearbeitet wurden. - Die Reihe der Weihnachtssätze von Michael
Praetorius wurde durch zwei vierstimmige Hefte weitergeführt. Neu
begonnen haben wir mit der Ausgabe eines weiteren Standardwerkes aus
Deutschland für Gambe: den Sonate ô Partite von
August Kühnel. Dabei verkaufen wir erstmalig die
Generalbassaussetzung separat, um festzustellen, wie wichtig solche
Aussetzungen für unsere Kunden sind.
2010 haben wir unsere Reihe der
Weihnachtssätze von Michael Praetorius zu Ende geführt. In
insgesamt 12 Heften bieten wir jetzt sämtliche Weihnachtssätze an,
die Stimmenzahl reicht von zwei bis acht. Leider finden die mehr als
vierstimmigen Sätze dieser schönen Musik nur wenige Käufer.
Interessant war die Zusammenarbeit mit dem australischen Händelforscher
Graham Pont bei der Herausgabe des Concertos C-Dur von Georg Friedrich
Händel. Damit haben wir jetzt alle drei Kammermusikwerke Händels,
die mit der Viola da Gamba in Verbindung gebracht können, im Programm. Aus
den Beständen der Sing-Akademie konnten wir unter anderem das bisher nicht
bekannte Gambenkonzert C-Dur von Johann Gottlieb Graun
veröffentlichen. Als weiteres Werk der Berliner Schule haben wir mit der
aufwändigen Ausgabe von Les Surprises de l'amour
für Gamben begonnen. Diese Balettoper von Jean-Philippe Rameau
wurde von Ludwig Christian Hesse für zwei Gamben eingerichtet -
eine der zahlreichen Operneinrichtungen für den preußischen
Kronprinzen Friedrich Wilhelm. Für die Cellisten brachten wir eine
Urtextausgabe der Six Sonates non difficiles von
Jean-Baptiste Bréval heraus, da wir feststellten, dass keine der
bisherigen Ausgaben dieses Standardwerkes den ursprünglichen Notentext
unverändert läßt. - Insgesamt haben wir in diesem Jahr unser
Angebot um 18 Ausgaben erweitert
In diesem Jahr ist es uns auch gelungen, unseren Internetauftritt so zu erweitern, dass wir auch eine Warenkorbfunktion anbieten. Unser Vertrieb läuft trotzdem nach wie vor ausschließlich über Noten-Biersack in Magdeburg. Zu Beginn des Jahres 2011 veröffentlichten wir die 12 Violinsonaten von Ignazio Albertini und die 12 Duplex Genius-Sonaten von Christoph Pez. In der Reihe der Werke der Berliner-Schule kam das wichtige A-Dur-Trio von Johann Gottlieb Graun hinzu, das einzige Trio von ihm für Violine und Gambe. Außerdem beendeten wir die Rameau/Hesse-Ausgabe von Les Surprises de l'amour. Mit den Primitiae Chelicae von Conrad Höffler begannen wir die Arbeit an einem weiteres Standardwerk der deutschen Gambenliteratur. Von Carl Friedrich Abel veröffentlichten wir weitere Werke aus der Spätzeit der Viola da Gamba: sechs Trios op.9 und ein Quartett. Und für die Consortfreunde brachten wir die Stricturae viola-di-gambicae von David Funck in einer Ausgabe heraus, die den Bedürfnissen der Gambisten Rechnung trägt. Zusammen mit den hier nicht genannten weiteren Ausgaben kommen
wir dieses Jahr auf 26 Neuerscheinungen
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